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Schraubfundamente im Holzbau: Planung und Anschluss

Schwelle auf Schraubfundamenten, Holzbau-Baustelle – Platzhalter, Foto vom Fachbetrieb mit Freigabe

Wo werden Schraubfundamente im Holzbau eingesetzt?

Schraubfundamente werden für Wohngebäude und Anbauten angeboten, vor allem in Holzbauweise. Die Schweizer Fachpresse beschreibt einen Baumwipfelpfad in Ständerbauweise auf Schraubfundamenten.

Ein Beispiel für einen Holzbau mit Holz-Bodenplatte ist der Praxisfall weiter unten. Dort waren Schwellen aus Brettschichtholz mit den Kopfplatten verschraubt. Darauf lagen vorgefertigte Bodenelemente. Bodenaufbau, Dämmung und Energie aus Sicht des Bauherrn beschreibt die Seite Schraubfundament für den Hausbau.

Auch einige Modulhaus-Anbieter bieten Schraubfundamente an oder legen die Fundamentart projektbezogen mit Planung und Statik fest. Mehr dazu unter Tiny House und Modulhaus.

Das hat Grenzen. In aggressiven oder belasteten Böden gelten Schraubfundamente als ungeeignet. Der Zimmermeister aus dem Praxisfall weiter unten berichtet, dass die Auszugswerte in grobkörnigem Kies schlechter waren als in lehmigem Boden. Der Auszugswert gibt an, wie viel Zugkraft ein Fundament aufnimmt, bevor es sich aus dem Boden zieht. Wann Beton besser passt, lesen Sie unter Vor- und Nachteile.

Wer liefert Statik, Probebelastung und Nachweise?

Den Standsicherheitsnachweis erstellt bei Gebäuden der Klassen 1 bis 3 ein Tragwerksplaner, der in einer Liste eingetragen ist. Bei Gebäudeklasse 4 und 5 muss der Nachweis geprüft oder bescheinigt sein. Bei den Klassen 1 bis 3 gilt das nur nach einem Kriterienkatalog, bei Wohngebäuden der Klassen 1 und 2 gar nicht.

Jede bauliche Anlage muss standsicher sein. Nachzuweisen ist das nach näherer Maßgabe einer Verordnung, außer bei verfahrensfreien Vorhaben, soweit nichts anderes bestimmt ist.

So regelt es die Musterbauordnung (MBO, Fassung 2024, §§ 12 und 66). Sie ist eine Vorlage und nicht unmittelbar anwendbar. Es gilt die Bauordnung des Landes, in dem gebaut wird. Prüfpflicht und Nachweise klären Sie im Einzelfall mit Bauamt und Tragwerksplaner.

Die Tabelle zeigt eine typische Aufgabenteilung, wie sie für Gründungen mit Schraubfundamenten beschrieben wird.

Aufgabe Wer
Baugrundgutachten meist ein Sachverständiger der Geotechnik, mit Angaben zu Tragfähigkeit, Grundwasser und Bodenaggressivität
Lastangaben je Auflager aus der Objektplanung. Im Schweizer Beispiel gab der Hochbauingenieur die Last jeder Stütze an.
Fundamentplan aus Gutachten, Lastangaben und Systemstatik
Probebelastung Belastungsversuche an Probepfählen vor Ort. Beim genehmigten System führt sie der Hersteller aus, oder sie erfolgt in Verantwortung des Tragwerksplaners. Der Statiker prüft den Prüfbericht. Daraus folgen Montageparameter wie das Mindestdrehmoment.
Anschluss und Korrosionsschutz des Pfahlkopfes beim genehmigten System gesondert nachzuweisen. Wer das übernimmt, legen Sie im Projekt fest.
Eindrehen ein fachkundiger Maschinenführer, der die Drehmomente je Position dokumentiert
Aufzeichnungen und Übereinstimmungserklärung Beim genehmigten System führt der Bauleiter die Aufzeichnungen, und die ausführende Firma gibt die Erklärung ab. Der Bauherr erhält die Erklärung für die Bauakte.

Beim genehmigten System sind je Bereich mit vergleichbarem Baugrund mindestens zwei Probepfähle zu prüfen. Nach dem Einbau folgt eine Abnahmeprüfung. Dabei werden eingebaute Pfähle geprüft, und zwar 3 % der Pfähle, mindestens aber zwei je Bereich.

Zulassung oder Bauartgenehmigung? Für bauaufsichtlich relevante Einsätze erteilt das DIBt allgemeine Bauartgenehmigungen. Sie weisen nach, dass eine Bauart im Sinne der Landesbauordnungen anwendbar ist. Im Verzeichnis des DIBt steht (Stand 20.10.2026) ein eingeschraubtes Schraubpfahl-System mit allgemeiner Bauartgenehmigung. Eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung ist das nicht. Die Genehmigung gilt für drei Baugrößen eines Herstellers, Schraubpfähle ab 1,7 m Einbautiefe, und nicht für andere Produkte. Vorgeschriebene Genehmigungen ersetzt sie nicht. Weicht eine Bauart wesentlich von den Technischen Baubestimmungen ab oder fehlen anerkannte Regeln, braucht sie nach § 16a MBO eine allgemeine oder eine vorhabenbezogene Bauartgenehmigung. Ausnahmen regelt § 16a Abs. 3 und 4 MBO, etwa ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis. Die vorhabenbezogene erteilt in der Regel die oberste Bauaufsichtsbehörde des Landes. Ob das für Ihr System gilt, klären Sie mit Tragwerksplaner und Bauaufsicht.

Diese Angaben ersetzen keine Rechtsberatung.

Lastabtrag: vom Holzbau auf Einzelpunkte

Planung und Bemessung jedes Schraubfundaments folgen grundsätzlich den Technischen Baubestimmungen. Für die äußere Tragfähigkeit sind das etwa DIN EN 1997-1, DIN 1054 und DIN EN 14199. Die äußere Tragfähigkeit beschreibt, wie viel Last der Boden über das Fundament aufnehmen kann.

Die äußere Tragfähigkeit ist in der Regel für das Objekt zu ermitteln, etwa durch Baugrunduntersuchung und Probebelastung. Tragwerte aus Datenblättern ersetzen das nicht. Die folgenden Angaben stammen aus dem Bescheid des Systems mit Bauartgenehmigung und gelten nur für dieses System.

Nach dem Bescheid werden die Pfähle planmäßig nur axial beansprucht, auf Zug oder Druck, auch wechselnd. Horizontal dürfen bis zu 3 % der Vertikallast eingeleitet werden.

Die Pfähle sind so anzuordnen, dass eine ungewollte Ausmitte den einzelnen Pfahl nicht auf Biegung beansprucht. Von Ausmitte spricht man, wenn eine Last nicht genau in der Pfahlachse angreift.

Möglich sind etwa mindestens drei Pfähle unter einer Einzellast oder zwei Pfahlreihen unter einer Linienlast. Eine Einzellast wirkt an einem Punkt, eine Linienlast verteilt sich entlang einer Linie. Andere konstruktive Maßnahmen sind ebenfalls möglich, wenn sie Biegung sicher vermeiden.

Eine Gruppenwirkung lässt sich in der Regel nur ausschließen, wenn der Achsabstand der Pfähle mindestens ihrer Länge entspricht. Gemeint ist, wie sich benachbarte Pfähle im Boden gegenseitig beeinflussen. Bei kleinerem Abstand ist sie zu prüfen.

Für die Holzbauplanung folgt daraus beim genehmigten System:

  • Eine Wandschwelle ist eine Linienlast. Liegt sie auf nur einer Pfahlreihe, muss die Planung auf andere Weise sicherstellen, dass die Lagetoleranz der Köpfe keine Biegung im Pfahl erzeugt. Welche Maßnahme das ist, legt der Tragwerksplaner fest. Wie groß die Lagetoleranz ist, steht im Abschnitt zu den Toleranzen.
  • Wechseln die Lasten an den Köpfen zwischen Zug und Druck, sind die Steckverbindungen der Pfahlsegmente planmäßig zu kontern, so wie es der Hersteller angibt. Außerdem ist dann die zyklische Lastspanne begrenzt. Gemeint ist der Unterschied zwischen größter und kleinster Last eines Lastwechsels. Schwankt die Last dagegen nur im Zugbereich und überschreitet die Lastspanne diese Grenze, ist für diese Lastspanne eine eigene Probebelastung nötig. Ergibt die Holzbaustatik Zug an den Köpfen, muss der Kopfanschluss auch Zug übertragen. Seine Anbindung ist gesondert nachzuweisen.
  • Mehr als 3 % der Vertikallast dürfen nicht als Horizontalkraft über die Pfähle laufen. Wie Wind- und Aussteifungskräfte abgetragen werden, gehört deshalb früh in die Abstimmung zwischen Holzbaustatik und Fundamentplanung. Im Sanierungsfall, der weiter unten beschrieben ist, verband man die Konsolen über die ganze Breite mit Gewindestangen, um Horizontalkräfte aufzunehmen.

Liegt eine Wandschwelle auf nur einer Pfahlreihe, nimmt ein Fachbetrieb Quer- und Zugkräfte über biegesteifere Rohre mit 114 oder 140 mm Durchmesser auf. Bei Bedarf setzt er zusätzlich Schrägpfähle oder Horizontalkraftverstärker ein. Das ist die Praxis eines einzelnen Fachbetriebs, keine allgemeine Regel. Beim genehmigten System gelten die oben genannten Grenzen.

Die Lasten aus Wänden und Decke laufen über Schwellen oder Träger auf die Köpfe. Im Praxisfall lagen Brettschichtholz-Schwellen 16 x 20 cm auf Fundamenten im Achsmaß 1,6 m. Das war ein Einzelfall und ist kein Richtwert. Querschnitte und Achsraster legt der Tragwerksplaner fest.

Wie werden Pfahlkopf und Schwelle verbunden, und wie gleicht man Höhen aus?

Beim genehmigten System ist der Pfahlkopf plan und zentriert an das aufgehende Bauteil anzuschließen und dauerhaft gegen Verdrehen zu sichern. Anbindung und Korrosionsschutz des Kopfes sind gesondert nachzuweisen.

Die Tabelle zeigt Kopfformen und Zubehör, wie sie für Schraubfundamente angeboten werden, ohne Vergleich oder Empfehlung.

Kopfform oder Zubehör Wofür
U-Kopf gängige Holzbalkenmaße, liegende und stehende Hölzer, etwa Carport und Holzterrasse
Flansch, rund oder eckig Bauteil wird am Flansch fixiert
zentrales Innengewinde Bauteil wird direkt angeschraubt
verlängerbarer Schraubpfahl hohe Lastanforderungen, drei Baureihen mit Bauartgenehmigung
U-Fixierung, Pfostenträger Achsen- und Höhenjustierung für liegende und stehende Hölzer. Verstellbereiche nennt der Katalog nicht.
Holzbalkenträger mit Flanschplatten abgestimmt auf die jeweiligen statischen Lasten
Adapter mit Gewindestange und Kontermutter, anderes Fabrikat Höhe einstellen und kontern, Aufbauhöhe 31–58 bzw. 50–75 mm. Vorgesehen u. a. für Photovoltaik und Leichtbau.

Ein Fachbetrieb verwendet bei Holzgebäuden feuerverzinkte Kopfplatten 200 × 200 × 12 mm mit M24-Verschraubung. Über diese Verschraubung leitet er auch Zugkräfte in das Fundament ein. Ob der Anschluss die Kräfte Ihres Gebäudes aufnimmt, klärt der Tragwerksplaner.

Beim genehmigten System ist mit ±5 mm Höhenabweichung der Köpfe zu rechnen. Gegebenenfalls nötige Passstücke sind werkseitig herzustellen.

Derselbe Fachbetrieb misst die Kopfhöhen vor dem Abbund mit Rotationslaser oder Nivelliergerät ein. Die Höhen hält er im Einbauprotokoll fest, zusammen mit Drehmoment und Tiefe. Ausgleichen lässt er sie über verstellbare Gewindeköpfe, Spindeln, Passstücke oder Unterlegplatten.

Fundamentpunkte und Höhenvorgabe lässt bei ihm der Auftraggeber vorher von einem Vermesser einmessen. Verstellbereiche sind nicht allgemein angegeben. Fragen Sie danach beim Hersteller des gewählten Systems.

Nutzer – Detailzeichnung des Fachbetriebs einfügen, sobald geliefert

Mit welchen Toleranzen muss die Holzbaustatik rechnen?

Beim genehmigten System ist beim Festlegen der Bohransatzpunkte mit Abweichungen zu rechnen. In der Lage sind es ±30 mm und in der Höhe des Pfahlkopfes ±5 mm, in der Neigung ±2 %. Die aufgehende Konstruktion ist dafür zu bemessen. Die Holzbaustatik muss diese Abweichungen also aufnehmen, und trotzdem ist der Kopf plan und zentriert anzuschließen.

Für ein anderes Fabrikat ist ein senkrechter Einbau mit ±2° Toleranz vorgegeben. Die Toleranz ist dort in Grad angegeben, nicht in Prozent. Fragen Sie bei jedem System nach den Toleranzen, mit denen Ihre Konstruktion rechnen muss.

Im Praxisfall kontrollierte eine Libelle an der Maschine das Lot. Die Höhe hielt man mit einem mittig aufgestellten Nivelliergerät und einem Lasermesser am Schraubenkopf ein.

Wie viel Abstand zum Gelände braucht das Holz für Gebrauchsklasse 0?

Das hängt vom Bauteil ab. Das holzbau handbuch gibt die Norm DIN 68800 wieder und nennt Bedingungen je Bauteil. Allgemeine Pflichtmaße sind es nicht, die Zuordnung ist Aufgabe der Planung.

DIN 68800 verlangt, baulichen Holzschutz vorrangig zu berücksichtigen. Chemischer Holzschutz bleibt begründeten Einzelfällen vorbehalten. Der Gebrauchsklasse 0 werden Bauteile zugeordnet, die weder durch Feuchte noch durch Insekten gefährdet sind.

Mit „Schwelle“ ist auf dieser Seite die Auflagerschwelle auf den Pfahlköpfen gemeint, die die Decke trägt. Die Abstände, die das Handbuch für Schwellen nennt, gelten dagegen für Wandschwellen im Sockelbereich.

1. Aufgeständerter Boden: Holzdecke über Außenluft

Holzdecke über Außenluft Bedingung für Gebrauchsklasse 0 nach DIN 68800-2
ausreichend belüftet über mindestens zwei Seiten mindestens 50 cm zwischen Unterkante Decke und Geländeoberkante
ohne diese Belüftung mindestens 100 cm
Abstand nicht erreicht Regeln für Decken über Kriechkellern, siehe Fall 2

Die Werte gelten ab Unterkante Decke. Die Auflagerschwelle liegt tiefer. Wer unter der Schwelle 30 cm Abstand hat, erfüllt die Bedingung für die Decke deshalb nicht automatisch.

Eine Holzdecke über Außenluft ist luftdicht und dampfbremsend auszuführen. Die Bekleidung auf der Unterseite soll für den Feuchtbereich der Nutzungsklasse 2 geeignet sein. Mehr zu Dämmung und Energie lesen Sie unter Hausbau.

2. Decke über Kriechkeller

Ein Kriechkeller ist ein niedriger, von Wänden umschlossener Hohlraum zwischen Erdreich und Decke. Für Decken darüber gelten alle vier Randbedingungen zusammen:

  1. unterseitige Deckenbeplankung aus Material für den Feuchtebereich, etwa zementgebundene Spanplatte
  2. Kriechkellerhöhe mindestens 20 cm, für die Zugänglichkeit 50 cm empfohlen
  3. regelmäßig in den Wänden angeordnete Belüftungsöffnungen mit 10 bis 20 cm² je m² Grundfläche, kleintiersicher abgedeckt
  4. vollflächige diffusionshemmende Schicht mit sd ≥ 100 m auf dem Erdreich, darauf eine kapillar nicht saugfähige Auflage wie Grobkies oder Dämmung

Der sd-Wert gibt an, wie stark eine Schicht den Durchgang von Wasserdampf bremst.

Für Gebrauchsklasse 0 heißen die vier Bedingungen: Ein offen aufgeständerter Boden unter 50 bzw. 100 cm braucht darunter einen solchen Kriechkeller, mit Wänden, Lüftungsöffnungen und abgedecktem Erdreich.

Im Praxisfall war zwischen Untergrund und Bodenplatte nur rund 25 cm Platz. Ob der Raum belüftet oder abgedeckt war, nennt der Bericht nicht.

3. Wandschwelle im Sockelbereich

Am Gebäudesockel genügt für Gebrauchsklasse 0 eine von drei Bedingungen:

  • mindestens 30 cm zwischen Unterkante Schwelle und Geländeoberkante
  • 15 cm mit Kiesbett 16/32 mm oder wasserableitendem Belag mit mindestens 2 % Gefälle
  • 5 cm mit zusätzlicher Abdichtung nach DIN 18533-1

Welche Bedingung für eine Auflagerschwelle unter einer aufgeständerten Decke greift, legt die Planung fest.

4. Holzstütze im Außenbereich

Der Stützenfuß hält mindestens 30 cm Abstand zu befestigtem Gelände und 15 cm zu Kies. Das ist eine von mehreren Bedingungen. Dazu gehören unter anderem begrenzte Querschnitte, technisch getrocknetes und gehobeltes Holz sowie abgedecktes Hirnholz.

Ein höher gesetzter Stützenanschluss kann die Standsicherheit beeinflussen. Wie weit der Pfahlkopf über das Gelände ragt, gehört deshalb in die Statik, zumal das genehmigte System planmäßig nur axial belastet wird.

Ablauf und Termin

  1. Am Anfang steht das Baugrundgutachten. Vor Baubeginn sind außerdem bei den Leitungseigentümern Lage und Schutzabstände erdverlegter Leitungen zu erfragen, so verlangt es die BG BAU.
  2. Die Lastangaben aus der Holzbaustatik gehen mit Gutachten und Systemstatik in den Fundamentplan ein.
  3. Auf dem Baugelände folgt die Probebelastung. Aus ihrem Prüfbericht ergeben sich die Montageparameter. Bestätigt sie beim genehmigten System die Vorbemessung nicht, ist die Pfahllänge zu erhöhen.
  4. Eingedreht wird nach der Vermessung, und das Drehmoment wird je Position dokumentiert. Beim genehmigten System folgt eine Abnahmeprüfung. Die Montage ist oft an einem Tag erledigt.
  5. Schraubfundamente sind ohne Trocknungszeit belastbar. Bei geeignetem Untergrund geht der Bau unmittelbar weiter. Im Praxisfall aus dem nächsten Abschnitt dauerte der Rohbau mit vorgefertigten Bodenelementen etwa eine Woche.

Praxisfall aus der Fachpresse: was er zeigt und was nicht

Die Fachzeitschrift dach+holzbau berichtete 2018 über ein eingeschossiges Holzhaus mit Außenwänden aus Brettsperrholz. Eine Zimmerei gründete das Haus nach erteilter Baugenehmigung auf 1.400 mm langen Schraubfundamenten und drehte sie an einem Tag ein.

Angegeben war ein Tragwert von bis zu 3 t je Schraube. Die Auslastung lag bei rund 30 %.

Etwa ein halbes Jahr später setzte sich das Haus, an einer Stelle um bis zu 10 cm. In 1 bis 2 m Tiefe lag nur wenig tragfähiger Baugrund, tragfähige Schichten folgten erst ab etwa 2 m. Ein Fachberater des Fundamentherstellers schätzte die Lage so ein: Die Zimmerei hätte den Baugrund vorher untersuchen lassen müssen.

Saniert wurde mit 3,20 m tief eingedrehten Fundamenten. Die Zimmerei beschreibt die Sanierung als aufwendig. Sie wurden über Stahlkonsolen an die angehobene Bodenplatte angeschlossen.

Der steife Brettsperrholzbau habe das erleichtert, sagt die Zimmerei. Mit Holzrahmenbau hätte es nach seinen Worten mehr Probleme gegeben.

Ein nachgebender Boden kann nach Hinweis desselben Fachberaters auch bei Beton vorkommen.

Was der Fall nicht belegt:

  • Er belegt keine geprüfte Gründung. Die Baugenehmigung betraf das Haus, und eine Prüfung der Gründung erwähnt der Bericht nicht. Ob ein Standsicherheitsnachweis geprüft sein muss, regelt die Bauordnung des Landes.
  • Verwendet wurde nicht das System mit Bauartgenehmigung, sondern ein 1.400 mm langes System eines anderen Herstellers. Eine Zulassung oder Bauartgenehmigung dieses Systems erwähnt der Bericht nicht. Tragfähiger Boden lag erst ab etwa 2 m, und diese Schicht erreichten die Fundamente nicht.
  • Die Auslastung ist kein Nachweis. Die 30 % bezogen sich auf einen Herstellertragwert. Die äußere Tragfähigkeit im Boden ist in der Regel objektspezifisch zu ermitteln.

Der Fall zeigt, dass der Termingewinn zum Risiko wird, wenn der Baugrund nicht vorher untersucht wird. Dazu kommt die Probebelastung vor Ort, mit der die Tragfähigkeit in der Regel ermittelt wird. Ein Bodengutachten gehört deshalb an den Anfang. Die Zimmerei will künftig immer eines bestellen.

Welche Unterlagen stellen Hersteller bereit?

Für das genehmigte System stehen die planungsrelevanten Kennwerte in den Anlagen des Bescheids und in der Leistungserklärung nach DIN EN 1090-1. Die Ausführungsplanung muss unter anderem Stücklisten sowie Mindest- und Maximalwerte der Drehmomente enthalten.

Das Datenblatt eines Anbieters nennt charakteristische Tragwerte je Boden und Länge. Für ein Schraubfundament mit 76 mm Durchmesser und 1.000 mm Länge sind es zum Beispiel auf Druck 0,5 kN in weichem Ton und 12,9 kN in dichtem Kies. Die Werte gelten nur vollständig eingedreht und ohne Gewähr.

Solche Werte taugen nur für die Vorbemessung des jeweiligen Produkts. Für ein anderes System gelten sie nicht, und die Tragfähigkeit am Ort ist in der Regel objektspezifisch zu ermitteln. Beim genehmigten System dürfen für die Vorbemessung Erfahrungswerte seines Herstellers angesetzt werden. Den Bemessungswert liefert dort die Probebelastung.

Ausschreibungstexte, Produktkatalog und ein Flyer zur Bauartgenehmigung stehen beim Hersteller des genehmigten Systems zum Download bereit.

Unterlagen für Ihre Projektanfrage

Sie planen ein Holzgebäude für einen Kunden und suchen einen Fachbetrieb für Fundamentplanung und Einbau? Schicken Sie, was vorliegt:

  • Grundriss mit Achsraster oder Fundamentplan
  • Lastangaben je Auflager aus der Statik, falls vorhanden, als Grundlage des Fundamentplans
  • Baugrundgutachten, falls vorhanden
  • Ort und Zufahrt für die Eindrehmaschine
  • Leitungspläne, falls vorhanden, die schon vor den Tragfähigkeitsversuchen nötig sein können
  • gewünschter Termin für Fundament und Abbund
  • Fotos vom Grundstück

Was fehlt, klärt der Fachbetrieb mit Ihnen.

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Was Fundamente mit Einbau kosten und welche Nebenkosten hinzukommen, lesen Sie unter Was ein Schraubfundament kostet.

Unterlagen für die Projektanfrage

  • Grundriss mit Achsraster oder Fundamentplan
  • Lastangaben je Auflager aus der Statik · falls vorhanden
  • Baugrundgutachten · falls vorhanden
  • Ort und Zufahrt für die Eindrehmaschine
  • Leitungspläne · falls vorhanden
  • Gewünschter Termin für Fundament und Abbund
  • Fotos vom Grundstück

Häufige Fragen aus dem Holzbau

Welche Nachteile haben Schraubfundamente im Holzbau?

Ihr Tragverhalten lässt sich kaum rechnerisch vorhersagen, so ein Forschungsvorhaben für das DIBt. Probebelastungen sind danach derzeit der beste Weg, die Tragfähigkeit zu ermitteln. Dazu kommen Grenzen beim Boden. Außerdem ist nicht abschließend geregelt, wie man die Dauerhaftigkeit von Stahl im Boden nachweist. Mehr unter Vor- und Nachteile.

Wie lange halten Schraubfundamente unter einem Holzbau?

Den Nachweis der Dauerhaftigkeit von Stahl im Boden regeln die technischen Regeln nicht abschließend. Der Bescheid des genehmigten Systems nennt für dessen feuerverzinkte Pfähle Planungswerte der Nutzungsdauer zwischen 10 und 100 Jahren, je nach Bodenklasse nach DIN 50929-3. Sie gelten nur für dieses System. Für ein anderes Fabrikat wird eine jährliche Sichtprüfung empfohlen.

Welche Alternativen gibt es?

Infrage kommen Punkt- und Streifenfundamente oder eine Fundamentplatte. Im Holzhausbau ist die Stahlbeton-Bodenplatte die verbreitetste Gründung. Den Vergleich lesen Sie unter Schraub- oder Betonfundament?, den Aufbau unter Was ist ein Schraubfundament?.

Wie montiert man Schraubfundamente?

Je nach Boden und Länge werden sie von Hand, elektrisch oder hydraulisch eingedreht. Wie das bei Gebäuden abläuft, steht oben im Abschnitt „Ablauf und Termin“.

Kann unser Betrieb die Fundamente selbst eindrehen?

Bei anspruchsvollen Anwendungen wie einem Wohngebäude gehört das Eindrehen in die Hand eines Fachmanns. Vorgesehen ist ein fachkundiger Maschinenführer, der die Drehmomente je Position dokumentiert. Beim genehmigten System gibt die ausführende Firma die Übereinstimmungserklärung ab.

Im Praxisfall von oben drehte die Zimmerei selbst ein, nachdem ein Anwendungstechniker des Herstellers sie eingewiesen hatte. Ob Ihr Betrieb diese Rolle übernehmen kann, klären Sie mit Hersteller und Tragwerksplaner.

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Weitere Anwendungen: Hausbau · Tiny House und Modulhaus · Container

Quellen

Diese Seite wurde am 27.10.2026 überarbeitet.

  1. Musterbauordnung (MBO), Fassung November 2002, zuletzt geändert durch Beschluss der Bauministerkonferenz vom 26./27.09.2024 (PDF über DIBt) · Gesetz · abgerufen am 2026-10-17
  2. DIBt Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-253: KRINNER V-Serie - Schraubpfahl als Gründungselement für bauliche Anlagen (22.12.2023) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  3. DIBt Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-253: KRINNER V-Serie - Schraubpfahl als Gründungselement für bauliche Anlagen (22.12.2023); Z-34.15-254; Z-34.15-256 · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
  4. DIBt: Verzeichnis der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen, Zulassungsbereich 34 Tiefbau und Grundbau (Stand 20.10.2026) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-27
  5. BG BAU – Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft: Baustein C 472 Erdverlegte Leitungen (07/2021) · Behörde · abgerufen am 2026-10-17
  6. DIBt Informationsportal Bauprodukte und Bauarten: Schraubfundamente, Stabanker und ähnliche · Behörde · abgerufen am 2026-10-17
  7. DIBt: FAQs on the German regulatory system for construction products and construction techniques · Behörde · abgerufen am 2026-10-17
  8. Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages: Kurzinformation „Das Baugrund- und Gründungsgutachten“, WD 7 - 3000 - 143/20 (18.01.2021) · Behörde · abgerufen am 2026-10-17
  9. MFPA Leipzig / TU München, Lehrstuhl für Holzbau (Winter, Bauer, Werther): Kurzbericht „Untersuchung der klimatischen Verhältnisse in Kriechkellern unter gedämmten Holzbodenplatten“ (23.06.2008) · Wissenschaft · abgerufen am 2026-10-17
  10. Universität der Bundeswehr München, Institut für Bodenmechanik und Grundbau: Kurzbericht DIBt-Forschungsvorhaben P52-5-11.79-1421/12 „Tragfähigkeit von Schraubfundamenten unter statischer und zyklischer Last“ (Fraunhofer IRB) · Wissenschaft · abgerufen am 2026-10-17
  11. holzbau handbuch Reihe 5 Teil 2 Folge 2: Holzschutz – Bauliche Maßnahmen, 2. Auflage 01/2023 (Holzbau Deutschland-Institut e.V., Informationsdienst Holz) · Verband · abgerufen am 2026-10-17
  12. baublatt Nr. 18 (3.9.2021), J. Zeitner: Schraubfundamente – Solide bauen ohne Beton · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  13. Baunetz Wissen Beton: Flachgründungen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  14. dach+holzbau 07/2019, Rüdiger Sinn: Sanierung mit Bodengutachten und Schraubfundamenten · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  15. dach+holzbau 08/2018, Rüdiger Sinn: Bau eines Holzhauses auf Schraubfundamenten (Ein Haus auf 30 Stützen) · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17

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