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Schraubgrund

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Fundament ohne Beton: Schraubfundament oder Betonfundament?

Ja, ein Fundament ohne Beton ist möglich. Schraubfundamente kommen ohne Aushub und Beton aus. Angeboten werden sie bis hin zu Tiny Houses und Wohngebäuden. Beim Wohngebäude gehört die Gründung in die Hand eines Fachbetriebs. Die Tragfähigkeit wird in der Regel vor Ort ermittelt, etwa durch Probebelastung. Für kleine, leichte Gartenhäuser reichen auch Gehwegplatten auf Schotter, für kleine Geräteschuppen oft schon ein Kiesbett. Bei einem Keller spricht viel für Beton. Steht der Keller im Grundwasser, kommt er ohne Beton nicht aus. Die Fundamentplatte wird aus Stahlbeton ausgeführt, die Wanne aus wasserdichtem Beton. Bei schlechtem Untergrund kommen Bodenplatte oder Pfähle infrage.

Welche Gründung zu welchem Vorhaben passt

Die Übersicht zeigt, welche Gründungen für typische Vorhaben infrage kommen. Eine Planung ersetzt sie nicht. Wo sich keine allgemeine Aussage treffen lässt, steht „im Einzelfall Statik klären“.

Vorhaben Ohne Beton Mit Beton Statik und Fachbetrieb
Wohnhaus ohne Keller Schraubpfähle, nur durch einen Fachbetrieb. Bei langen Schraubpfählen mit Bauartgenehmigung Probebelastung auf der Baustelle Streifenfundament auf tragfähigem, gleichmäßigem Boden. Bodenplatte mit Frostschürze, einem umlaufenden Frostschutz aus Beton Standsicherheitsnachweis in Bayern und NRW vorgeschrieben, wenn das Vorhaben nicht verfahrensfrei ist
Tiny House, Modulhaus Schraubfundament. Tragfähigkeit für das Objekt ermitteln, vorher Bodengutachten Betonfundament, etwa Streifenfundament oder Bodenplatte Im Einzelfall Statik klären. Ob verfahrensfrei, hängt von Land, Größe und Lage ab
Haus mit Keller oder im Grundwasser Keine belegte Lösung Fundamentplatte aus Stahlbeton. Im Grundwasser Weiße Wanne aus wasserdichtem Beton Statik und Fachbetrieb
Schlechter, weicher Untergrund Schraubpfähle als Pfahlgründung, die die Last in tiefere, tragfähige Schichten abträgt. Nur nach Bodengutachten Bodenplatte Im Einzelfall Bodengutachten und Statik klären
Carport, Terrasse Schraubfundament Punktfundament Im Einzelfall Statik klären
Kleines, leichtes Gartenhaus, Gewächshaus Gehwegplatten auf Schotter. Keine großen punktuellen Lasten Durchgehende Betonplatte oder Punktfundamente. Manche Aufbauanleitungen halten die Platte für am besten bewährt Kleine Gebäude können verfahrensfrei sein. Dann ist keine Baugenehmigung nötig, und Bayern und NRW verlangen keine bautechnischen Nachweise. In Bayern gelten die öffentlich-rechtlichen Anforderungen trotzdem.
Gartenschrank, kleiner Geräteschuppen Kiesbett, mindestens 10 cm, besser 20 cm. Boden vorher ausschachten und ebnen Keine belegte Angabe Wie beim Gartenhaus

Mehr zu einzelnen Vorhaben: Hausbau, Tiny House und Modulhaus, Carport, Terrasse und Überdachung, Gartenhaus.

Welche Fundamente ohne Beton gibt es?

Drei Lösungen ohne Beton stellen wir hier vor: das Schraubfundament, Gehwegplatten auf Schotter und ein Kiesbett.

Schraubfundament

Das Deutsche Institut für Bautechnik, kurz DIBt, beschreibt Schraubfundamente als stabförmige Gründungselemente, meist aus Stahl. Je nach Form werden sie in den Boden eingeschlagen, eingedrückt oder eingeschraubt. Ihre Last geben sie überwiegend über Mantelreibung an den Boden ab. Gemeint ist die Reibung zwischen der Oberfläche des Elements und dem Boden um es herum.

Nach dem DIBt sind die Elemente rund 0,8 bis 10 m lang. Schraubanker, Schraubpfahl, Bodenanker, Erdanker und Spinnanker meinen dasselbe. Ein einzelner Schraubpfahl ist als Mikropfahl oder Verdrängungspfahl geregelt. Er zählt damit zu den Pfählen einer Tiefgründung.

Eingedreht wird mit kontrolliertem Drehmoment, ohne Aushub und ohne Beton. Das Fundament ist sofort belastbar und lässt sich wieder zurückbauen. Begriffe, Aufbau und Bauformen erklärt der Ratgeber Was ist ein Schraubfundament?.

Gehwegplatten auf Schotter

Manche Aufbauanleitungen für Gartenhäuser nennen als Mindestuntergrund ein verdichtetes Schotterbett mit Gehwegplatten. Das Fundament muss dabei waagerecht und tragfähig sein. Teils verlangen die Anleitungen außerdem einen frostsicheren Untergrund und halten eine durchgehende Betonplatte für am besten bewährt.

Für kleine, leichte Geräteschuppen und Gartenhäuser reichen Wegeplatten von 30 × 30 bis 50 × 50 cm auf Schotter und Kies. Dafür wird eine etwa 30 cm tiefe Grube ausgehoben. Große punktuelle Lasten vertragen die Platten nicht. Auch Gewächshäuser stehen auf solchen Fundamenten.

Kann ein Gartenhaus also auf Gehwegplatten stehen? Ein kleines, leichtes ja. Für Pflastersteine haben wir keinen belastbaren Beleg gefunden. Welches Fundament zu welchem Gartenhaus passt, zeigt der Ratgeber Schraubfundament für das Gartenhaus.

Kiesbett

Für kleine Geräteschuppen oder Gartenschränke genügt häufig eine Kiesschicht von mindestens 10 cm, besser 20 cm. Vorher wird der Boden ausgeschachtet und geebnet.

Geht ein Haus, Tiny House oder Modulhaus ohne Beton?

Ja. Schraubfundamente werden auch für Tiny Houses, modulare Gebäude und Wohngebäude angeboten. Ein Wohngebäude ist aber kein Projekt zum Selbermachen.

Was das DIBt genehmigt

Für bauaufsichtlich relevante Einsatzbereiche erteilt das DIBt für Schraubfundamente allgemeine Bauartgenehmigungen. Sie können mit allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen für die Produkte kombiniert sein. Eine allgemeine Bauartgenehmigung weist nach, dass die Bauart im Sinne der Landesbauordnungen angewendet werden darf. Eine Baugenehmigung ersetzt sie nicht.

Im Verzeichnis des DIBt stehen im Sachgebiet Schraubfundamente drei Bescheide (Stand 20.10.2026). Nur einer davon betrifft eingeschraubte Pfähle, die beiden anderen gelten für Anker, die geschlagen statt eingeschraubt werden. Der Bescheid für die eingeschraubten Pfähle ist eine allgemeine Bauartgenehmigung, keine Zulassung. Er trägt die Nummer Z-34.15-253 und gilt vom 22.12.2023 bis 22.12.2028. Geregelt ist darin ein Schraubpfahl-System als Gründungselement für bauliche Anlagen.

Sinngemäß regelt der Bescheid unter anderem diese Punkte. Die Pfähle werden segmentweise drehend und verdrängend eingebracht. Die Einbautiefe beträgt mindestens 1,7 m, erreichbar sind im Regelfall bis 8 m. Mindestens 1,20 m davon stecken in der tragfähigen Bodenschicht. Die Pfähle dürfen auf Zug oder Druck und dauerhaft eingesetzt werden, planmäßig aber nur in Richtung ihrer Achse.

Die Tragfähigkeit wird auf der Baustelle durch Probebelastung ermittelt. Nach dem Einbau folgen Abnahmeprüfungen an einem Teil der Pfähle. Die ausführende Firma bestätigt die Ausführung in einer Übereinstimmungserklärung, die der Bauherr für seine Bauakte erhält.

Diese Genehmigung gilt nur für dieses eine System. Über kurze Schraubfundamente für Garten und Terrasse sagt sie nichts. Einer der beiden Anker-Bescheide ist unter anderem für Fliegende Bauten und für Bauwerke mit höchstens 25 Jahren Nutzungsdauer vorgesehen. Fliegende Bauten sind Anlagen, die wiederholt an wechselnden Orten aufgestellt und zerlegt werden.

Und ohne allgemeine Bauartgenehmigung? In Bayern gilt Art. 15 Abs. 2 BayBO. Danach braucht eine Bauart eine allgemeine oder vorhabenbezogene Bauartgenehmigung, wenn sie wesentlich von den Technischen Baubestimmungen abweicht. Dasselbe gilt, wenn es für sie keine allgemein anerkannten Regeln der Technik gibt.

Ob ein bestimmtes System darunter fällt, ist im Einzelfall zu klären. Fragen Sie den Fachbetrieb, ob für sein System eine allgemeine Bauartgenehmigung vorliegt. Ausführlich erklärt das der Ratgeber Zulassung und Statik.

Was Sie für ein Wohngebäude brauchen

Nach dem DIBt ist die Tragfähigkeit in der Regel für das einzelne Objekt zu ermitteln, etwa durch Baugrunduntersuchung und Probebelastung. Weniger anspruchsvolle Anwendungen ohne Statiknachweis können Sie selbst montieren. Die Gründung eines Wohngebäudes gehört dagegen in die Hand eines Fachbetriebs. Für die Schraubfundamente eines Anbieters soll ohnehin zwingend ein Bodengutachten hinzugezogen werden.

Ob ein Standsicherheitsnachweis gesetzlich vorgeschrieben ist, lesen Sie weiter unten im Abschnitt zu Baugenehmigung und Statik.

Wir empfehlen, Bodengutachten, Statik und einen Fachbetrieb von Anfang an einzuplanen, auch wo das Gesetz es nicht in jedem Fall verlangt. Mehr dazu lesen Sie unter Schraubfundament für den Hausbau und Schraubfundament für Tiny House und Modulhaus. Wenn Sie schon Pläne haben, können Sie Ihr Hausprojekt kostenlos und unverbindlich anfragen.

Vergleich: Schraubfundament, Punkt-, Streifenfundament und Bodenplatte

Punktfundament, Streifenfundament und Bodenplatte sind Flachgründungen. Das Punktfundament heißt auch Einzelfundament, die Bodenplatte auch Fundamentplatte. Bei einer Flachgründung tragen die Fundamente die Last flächig in den Boden ab. Gegossen werden sie aus Beton, die Bodenplatte aus Stahlbeton. Bei einer Tiefgründung gehen die Lasten dagegen über Pfähle in tiefer liegende, tragfähige Bodenschichten.

Merkmal Schraubfundament Punktfundament Streifenfundament Bodenplatte
Prinzip Stab meist aus Stahl, eingeschraubt, eingedrückt oder eingeschlagen. Last überwiegend über Mantelreibung Fundament unter einzeln stehenden Stützen Streifen unter Wänden oder Pfeilern Die ganze Grundrissfläche bildet das Fundament
Aushub Keiner Löcher von 80 cm Tiefe Auf die nötigen Gräben beschränkt Unterbau aus mindestens 20 cm Grobschotter. Für eine Frostschürze ein umlaufender Graben
Belastbar ab Sofort nach dem Eindrehen 2 bis 3 Tage aushärten, voll belastbar nach 2 bis 3 Wochen Keine allgemeine Zeitangabe. Die Festigkeit wird nach 28 Tagen geprüft Wie Streifenfundament
Frostsicherheit Bei manchen Produkten decken Längen ab etwa 800 mm in vielen typischen Fällen die Frosttiefe ab 80 cm tief gegen Frost Unterkante mindestens 80 cm unter Gelände, in exponierten Lagen tiefer Reicht als flache Platte normalerweise nicht bis zur frostfreien Tiefe. Schutz durch eine Frostschürze von 80 bis 120 cm
Rückbau Rückbaubar, wiederverwendbar nur unbeschädigt. Nahezu rückstandsfrei Nach einem Fachartikel über Schraubfundamente wird Beton nach dem Abbruch aufwendig zerkleinert, allenfalls als Recyclingschotter weiterverwendet Wie Punktfundament Wie Punktfundament. Versiegelte Flächen sind nach dem Umweltbundesamt nur schwer und teuer zu entsiegeln, oft bleiben Betonreste im Boden
Bedeckte Fläche Keine Flächenversiegelung. Regen versickert unter dem Bau Unter den einzelnen Stützen Unter Wänden oder Pfeilern Die ganze Grundrissfläche
Typischer Einsatz Unter anderem Tiny Houses, modulare Gebäude, mobile Einheiten, Unterstände und Carports Terrasse, Gartenhaus, Carport Lasten aus Wänden auf tragfähigem, gleichmäßigem Boden Schlechter Untergrund bei einer Flachgründung. Unterbau für Keller

Gehwegplatten und Kiesbett finden Sie in der Übersicht nach Vorhaben oben. Kosten stehen nicht in der Tabelle. Preise und Kostenfaktoren lesen Sie unter Was kostet ein Schraubfundament?.

Belastbarkeit und Winter beim Beton

Die Festigkeitsklasse von Beton wird an Probekörpern im Alter von 28 Tagen gemessen. Die 28 Tage beschreiben also das Prüfalter, nicht die Zeit bis zur Belastung. Nach 7 Tagen erreicht Beton etwa 60 bis 75 Prozent dieser Festigkeit, abhängig unter anderem von Zementart und Lagerung. Wann ein Betonfundament belastet werden darf, klären Sie mit Ihrem Planer.

Junger Beton muss geschützt werden, unter anderem vor zu frühem Austrocknen und vor extremen Temperaturen. Diese Nachbehandlung dauert je nach Temperatur und Festigkeitsentwicklung mindestens 1 bis 15 Tage.

Auch Frost ist heikel. Einmaliges Durchfrieren übersteht junger Beton erst ab einer Mindestfestigkeit und nur, wenn er vor Regen und Schnee geschützt ist. Mehrmaliges Gefrieren und Tauen übersteht er meist nicht ohne Schäden. Schraubfundamente gelten dagegen als wetterunabhängig montierbar.

Wie tief muss ein Fundament sein, damit es frostsicher ist?

Mindestens 80 cm, je nach Region auch bis 120 cm. Der Grund ist Wasser im Boden, das gefriert und dabei ein Fundament verschieben oder beschädigen kann. Bei Streifenfundamenten muss die Unterkante in Deutschland deshalb mindestens 80 cm unter der Geländeoberkante liegen, in exponierten Lagen tiefer. Welche Tiefe an Ihrem Bauort gilt, klären Sie mit Ihrem Planer oder dem Bauamt.

Eine flache Bodenplatte reicht normalerweise nicht bis in diese Tiefe. Sie wird deshalb mit einer Frostschürze geschützt. Das ist ein umlaufender Streifen aus Beton oder Stahlbeton, der 80 bis 120 cm tief reichen sollte.

Bei manchen Produkten decken Schraubfundamente ab etwa 800 mm Länge in vielen typischen Anwendungsfällen die erforderliche Frosttiefe ab. Eine allgemeine Regel ist das nicht. Die langen Schraubpfähle mit Bauartgenehmigung des DIBt, die weiter oben beschrieben sind, reichen mindestens 1,7 m tief.

Frostgrenze – je nach Region Platte auf Kies Schraubfundament Betonfundament
Schematisch, nicht maßstäblich. Die frostfreie Tiefe hängt von der Region ab.

Wie viel trägt ein Schraubfundament, und wo liegen die Grenzen?

Das hängt vom Boden und vom Fundamenttyp ab. Bei Druck hängt die Tragfähigkeit nach einem Forschungsbericht einer Universität für das DIBt im Wesentlichen vom Durchmesser und von der Einbindetiefe ab. Mit Einbindetiefe ist gemeint, wie tief das Fundament im Boden steckt. Tragwerte je Boden und Länge erklärt der Ratgeber Was ist ein Schraubfundament?.

Tragfähigkeit vor Ort nachweisen: Probebelastung

Bei einer Probebelastung wird der eingebaute Pfahl auf der Baustelle belastet und geprüft. Für das genehmigte Schraubpfahl-System Z-34.15-253 verlangt der DIBt-Bescheid sie nach der Normenreihe DIN EN ISO 22477. Der Bescheid nennt das „in situ“, lateinisch für „vor Ort“.

Der Forschungsbericht kommt zu dem Ergebnis, dass sich das Tragverhalten kaum mit Rechenmodellen vorhersagen lässt. Probebelastungen sind derzeit die beste Möglichkeit, die Tragfähigkeit zu ermitteln. Auch nach dem DIBt ist die äußere Tragfähigkeit in der Regel für das einzelne Objekt zu ermitteln, etwa durch Baugrunduntersuchungen und Probebelastungen.

Die Probebelastung ersetzt die Bemessung nicht. Beim genehmigten System wird zuerst mit Erfahrungswerten des Herstellers vorbemessen. Bestätigt die Probebelastung diese Werte nicht, müssen die Pfähle länger werden.

Spannweite der Tragwerte

Die Angaben liegen weit auseinander. Für ein kleines Schraubfundament der 60er-Serie mit 600 mm Länge werden in dichtem Feinsand 1,0 kN Zug und 1,9 kN Druck angegeben. Das sind charakteristische Werte, ohne Gewähr und nur für vollständig eingedrehte Fundamente.

Ein Kilonewton, kurz kN, entspricht etwa der Gewichtskraft von 100 kg, und 1,9 kN sind damit rund 190 kg. Am anderen Ende nennt eine Produktbeschreibung je nach Boden und Fundamenttyp bis zu 15 t Druckbelastung, rund 147 kN. Dieselbe Beschreibung empfiehlt aber selbst, die Tragfähigkeit immer durch Probebelastungen nachzuweisen.

Ein charakteristischer Wert ist keine zulässige Last. Im Sicherheitsnachweis wird der Widerstand noch durch einen Teilsicherheitsbeiwert vermindert. Welche Last Sie im Einzelfall ansetzen dürfen, klärt die Statik.

Grenzen: Steine, Fels und aggressive Böden

Schraubfundamente passen nicht in jeden Boden. In Fels gehen sie nur mit Vorbohren. Nach dem Vorbohren bringen Eindrehmaschinen sie sogar in massiven Fels. Für die Schraubfundamente eines Anbieters sind aggressive oder belastete Böden ganz ausgeschlossen, und ein Bodengutachten soll zwingend hinzugezogen werden.

Bei manchen Produkten dürfen im oberen Einbindebereich keine Steine liegen, die größer als 50 mm sind. Bei steinigem Boden ist Vorbohren oder Vorstechen ratsam.

Für das genehmigte System regelt der DIBt-Bescheid auch den Einbau. Ist Vorbohren festgelegt, wird vorgebohrt. Wird das maximale Eindrehmoment erreicht, bevor die nötige Einbindetiefe erreicht ist, sind die Arbeiten abzubrechen. Die Tragfähigkeit ist dann durch zusätzliche Probebelastungen nachzuweisen.

Dauerhaftigkeit

Nach dem DIBt ist in den technischen Regeln nicht abschließend geregelt, wie man die Dauerhaftigkeit von Stahl im Boden nachweist. Beim genehmigten System mit Einbautiefen ab 1,7 m hängt die Nutzungsdauer, von der die Planung ausgehen kann, von der Bodenklasse ab. Die Bodenklasse beschreibt, wie wahrscheinlich Stahl im jeweiligen Boden korrodiert.

Für feuerverzinkte Pfähle dieses Systems sind es je nach Bodenklasse 10 bis 100 Jahre. Die 100 Jahre setzt der Bescheid nur bei niedriger Korrosionsbelastung an. Das sind Planungsannahmen für dieses eine System, keine gemessene Haltbarkeit. Auf andere Schraubfundamente lassen sie sich nicht übertragen.

Vergleichen Sie bei einem Angebot deshalb Stahlsorte, Zinkschicht und Nutzungsdauer im Datenblatt des jeweiligen Systems. Wovon die Haltbarkeit im Boden abhängt, erklärt der Ratgeber Was ist ein Schraubfundament?. Vorteile und Grenzen im Überblick finden Sie unter Vor- und Nachteile.

Wann ist Beton die bessere Wahl?

Bei einem Keller spricht viel für Beton. Steht der Keller im Grundwasser, kommt er ohne Beton nicht aus. Auch für Wände auf gleichmäßigem, tragfähigem Boden spricht viel für ein Betonfundament, ebenso bei größeren seitlichen Lasten.

Für einen Keller oder ein Untergeschoss sind Fundamentplatten bei tragenden Böden als Unterbau zu empfehlen. Sie werden in Stahlbeton ausgeführt.

Bei stark stauendem Wasser und bei Grundwasser ist eine Weiße Wanne unbedingt erforderlich. Platte und Wanne werden dabei aus wasserdichtem Beton hergestellt.

Streifenfundamente sind die wirtschaftliche Wahl, wenn die Lasten linienförmig anfallen, etwa aus Wänden, und der Baugrund tragfähig und homogen ist. Gegenüber einer Fundamentplatte sparen sie Beton, und der Aushub bleibt auf die nötigen Gräben beschränkt.

Ein Beispiel für die Grenzen bei seitlichen Lasten ist das genehmigte System. Seine Pfähle dürfen planmäßig nur axial belastet werden. Axial heißt in Richtung der Pfahlachse. Horizontale Lasten dürfen höchstens 3 % der Vertikallasten betragen. Wie seitliche Lasten sonst abgeleitet werden, klärt die Statik.

Anders liegt es bei schwierigen Böden. Dort stoßen Schraubfundamente an Grenzen, Beton ist aber nicht automatisch die Lösung.

In aggressiven oder belasteten Böden ist der Einsatz der Schraubfundamente eines Anbieters ausgeschlossen. Für das genehmigte System setzt der Bescheid je nach Bodenklasse nur noch kurze Planungswerte an, bis hinunter zu 10 Jahren. Aber auch Beton kann durch angreifende Böden und Grundwasser chemisch angegriffen werden. Je nach Stärke des Angriffs sind dann besondere Maßnahmen nötig.

In Fels brauchen Schraubfundamente Vorbohren, bei steinigem Boden ist für manche Produkte Vorbohren oder Vorstechen ratsam, wie oben beschrieben. Ob sich das lohnt, ist eine Frage des Einzelfalls.

Schlechter Untergrund: Platte oder Pfähle

Ist der Boden nahe der Oberfläche wenig tragfähig, gibt es mehrere Wege. Infrage kommen Fundamentplatten, Bodenverbesserungen oder Tiefgründungen. Bei einer Flachgründung wird eine Fundamentplatte vorgesehen. Die ganze Grundfläche trägt mit und gleicht Verformungsunterschiede besser aus.

Bei einer Tiefgründung tragen Pfähle die Lasten in tiefer liegende, tragfähige Schichten ab. Gerade bei weichem oder wässrigem Baugrund wird mit Pfählen gegründet, um Setzungen gering zu halten. Setzung nennt man das Absinken eines Bauwerks, wenn der Boden unter seiner Last nachgibt.

Schraubpfähle sind nach dem DIBt als Mikropfahl oder Verdrängungspfahl geregelt. Beim genehmigten System muss der Pfahl mindestens 1,20 m in die tragfähige Bodenschicht reichen. Welche Lösung zu Ihrem Grundstück passt, klären Sie mit Bodengutachten und Tragwerksplanung.

Umwelt: Versiegelung und Rückbau

Versiegelt ist Boden, wenn er luft- und wasserdicht abgedeckt ist. Regenwasser versickert dann schlechter, und Bodenfunktionen wie Wasserdurchlässigkeit und Fruchtbarkeit gehen verloren. In seiner Statistik zählt das Umweltbundesamt Flächen als versiegelt, die bebaut, betoniert, asphaltiert, gepflastert oder anderweitig befestigt sind.

Schraubfundamente gelten als Gründung ohne Flächenversiegelung, und Regenwasser kann unter dem Bauwerk versickern. Sie lassen sich zurückbauen und, wenn sie unbeschädigt sind, wiederverwenden. Versiegelte Flächen sind dagegen nach dem Umweltbundesamt nur schwer und mit hohen Kosten wieder zu beseitigen. Häufig bleiben Reste wie Betonbrocken im Boden zurück.

Zum CO2: Für Beton wird Zement benötigt. Die Zementproduktion macht nach der Denkfabrik Chatham House rund 8 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus (Stand 2018). Schraubfundamente bestehen meist aus Stahl, oft feuerverzinkt.

Für Stahl und Zink haben wir keine vergleichbar belastbare Quelle gefunden. Die Zementzahl ordnet deshalb nur die Branche ein. Einen CO2-Vergleich einzelner Fundamente können wir hier nicht seriös anstellen.

Wann sind Baugenehmigung und Statik nötig?

Das richtet sich nach der Bauordnung Ihres Bundeslandes. Ist ein Vorhaben verfahrensfrei, braucht es keine Baugenehmigung. Schon Bayern und Nordrhein-Westfalen ziehen die Grenzen unterschiedlich.

Land Verfahrensfrei Im Außenbereich Rechtsgrundlage
Bayern Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt Nur Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten oder Feuerstätten bis 20 m³, die weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BayBO
Nordrhein-Westfalen Gebäude bis 75 m³ Brutto-Rauminhalt ohne Aufenthaltsräume, Ställe, Toiletten oder Feuerstätten Nur, wenn sie einem land- oder forstwirtschaftlichen Betrieb und weder Verkaufs- noch Ausstellungszwecken dienen § 62 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a BauO NRW

Drei Begriffe aus der Tabelle brauchen eine Erklärung.

  • Der Brutto-Rauminhalt ist nach DIN 277 der gesamte Rauminhalt eines Bauwerks, begrenzt von Gründung, Außenwänden und Dach.
  • Aufenthaltsräume sind nach Art. 2 Abs. 5 BayBO Räume, die zum nicht nur vorübergehenden Aufenthalt von Menschen bestimmt oder geeignet sind.
  • Als Außenbereich gelten, vereinfacht gesagt, die Flächen, die weder in einem Bebauungsplan liegen noch zu einem zusammenhängend bebauten Ortsteil gehören.

Für ein Tiny House kann das je nach Land unterschiedlich ausgehen. In Nordrhein-Westfalen gilt die Ausnahme nur für Gebäude ohne Aufenthaltsräume. Die bayerische Regel für Gebäude bis 75 m³ außerhalb des Außenbereichs nennt diese Einschränkung nicht.

Verfahrensfrei heißt nicht regelfrei. In Bayern entbindet die Verfahrensfreiheit nicht von den öffentlich-rechtlichen Anforderungen (Art. 55 Abs. 2 BayBO). Auch in Nordrhein-Westfalen entbindet die Verfahrensfreiheit nicht von den Anforderungen öffentlich-rechtlicher Vorschriften (§ 60 Abs. 2 BauO NRW). Verantwortlich dafür ist die Bauherrschaft (§ 52 BauO NRW).

Zur Statik: In Bayern und Nordrhein-Westfalen ist die Standsicherheit durch bautechnische Nachweise zu belegen, jeweils nach Maßgabe einer Rechtsverordnung (Art. 62 Abs. 1 BayBO, § 68 Abs. 1 BauO NRW). Für verfahrensfreie Bauvorhaben sind diese Nachweise nicht erforderlich, in Nordrhein-Westfalen soweit nichts anderes bestimmt ist.

Diese Beispiele ersetzen keine Rechtsberatung. Fragen Sie im Einzelfall beim zuständigen Bauamt nach, bevor Sie bauen. Wer die Statik aufstellt und wer sie prüft, erklärt der Ratgeber Zulassung und Statik.

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Sie planen ein Haus, ein Tiny House oder ein Modulhaus auf Schraubfundamenten? Schildern Sie uns Ihr Vorhaben und hängen Sie Pläne und Fotos vom Grundstück an, wenn Sie welche haben. Wir geben Ihre Anfrage an einen geprüften Fachbetrieb weiter, der Projekte wie Ihres schon gebaut hat. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.

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Quellen

Diese Seite wurde am 27.10.2026 überarbeitet.

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  2. Bayerische Bauordnung (BayBO) Art. 2 Begriffe · Gesetz · abgerufen am 2026-10-17
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  4. Bayerische Bauordnung (BayBO) Art. 57 Verfahrensfreie Bauvorhaben · Gesetz · abgerufen am 2026-10-17
  5. Bayerische Bauordnung (BayBO) Art. 62 Bautechnische Nachweise · Gesetz · abgerufen am 2026-10-17
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  11. DIBt Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung/Allgemeine Bauartgenehmigung Z-34.15-254: Spirafix-Anker als Gründungselement für bauliche Anlagen (14.01.2025) · Zulassung · abgerufen am 2026-10-17
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  24. Baunetz Wissen Beton: Pfahlgründung · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  25. Baunetz Wissen Beton: Streifenfundamente · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  26. Baunetz Wissen Beton: Tiefgründungen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
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  29. Fertighaus.de Lexikon: Frostschürze · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  30. FORUM VERLAG Fachwissen: Beton-Festigkeitsklassen · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
  31. WEKA Architekten und Ingenieure: Berechnung Bruttorauminhalt · Fachpresse · abgerufen am 2026-10-17
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